Mein Leben mit der Depression

Ich war Mitte 20, als mein Leben in eine Abwärtsspirale gerate ist von der ich nicht gedacht hätte, dass ich sie irgendwie jemals aufhalten kann.

Am Anfang war mir gar nicht bewusst, was eigentlich mit mir los war. Ich hatte meinen Studienplatz verloren und war aus vielen weiteren, kleinen Gründen einfach sehr schlecht drauf. Zunächst habe ich dieses Schlecht-drauf-sein auf die Umstände geschoben und dachte, dass sich das nach ein paar Wochen wieder geben wird. Die Wochen kamen und gingen und nichts hat sich irgendwie besser angefühlt, im Gegenteil, sehr lange wurde alles stetig ein bisschen schlimmer. Zuerst hatte ich keine Lust mehr etwas mit meinen Freundinnen zu unternehmen, dann wollte ich das Haus gar nicht mehr verlassen und schließlich wurde das Verlassen meines Bettes zu einer beinahe unmöglichen Aufgabe.

Zur Lustlosigkeit gesellte sich dann irgendwann noch eine unerklärliche Traurigkeit. Während ich die Decke anstarrte, weil ich nichts besseres mit mir anzufangen wusste, merkte ich, dass meine Wange ganz feucht war. Ich hatte angefangen zu Weinen und es nicht mal bemerkt. Die plötzliche Heulattacke blieb kein Einzelfall. Mehrmals wöchentlich krampfte sich mein Körper zusammen und ich fing unkontrolliert zu weinen an. Ich brauchte dafür keinen Grund. Eigentlich wusste ich den Grund nicht einmal.

Da ich nicht ganz damit durch kam, das Haus nie zu verlassen musste ich eine Strategie entwickeln, um das Leben in der Öffentlichkeit für mich erträglich zu gestalten. Ich betrank mich. Das half. Betrunken fühlte sich feiern fast wie früher an. Leicht, angenehm und irgendwie als sei alles andere egal.

Das ging solange gut, bis ich eines Tages ohne jegliche Erinnerung an den Abend zuvor aufwachte. Ich hatte nur einzelne Erinnerungsschübe daran, wie ich die Location betrat, wie ich zuhause abgesetzt wurde und wie ich im Badezimmer auf meinem Hinter gelandet war. Danach hatte sich das mit dem Trinken auch erst Mal für mich erledigt.

Depressionen können in Major Depression und Bipolare Störungen unterschieden werden. In meinem Fall war es eine Major Depression, da ich keine manischen Phasen, wie sie bei Bipolaren Störungen auftreten, hatte. Ich hatte nur die Tiefs. Depressionen sind eine ernstzunehmende Psychologische Erkrankung und sollten in jedem Fall sehr ernstgenommen werden. Es ist wichtig, sich rechtzeitig nach professioneller Hilfe umzusehen, da die Wartezeiten für einen Termin bei einem Psychotherapeuten mitunter recht hoch sein können.

Mir hat es damals sehr geholfen, dass ich mir einen neuen Job gesucht habe und so wieder Ablenkung hatte, die mich davon abgehalten hat die ganze Zeit darüber nachzudenken, was alles nicht so läuft, wie ich es gerne hätte.

Es kann auch helfen, wenn man sich an seine Freunde oder Familie wendet und mit ihnen über die Gefühle, die man empfindet spricht. Da ist immer jemand, dem man wichtig ist und der einem zuhört.

Falls ihr unter Depressionen leidet oder ihr euch einfach im Moment doof fühlt und nicht wisst mit wem ihr darüber reden sollt oder ihr eure Geschichte auch erzählen wollt, könnt ihr gerne Kontakt mit uns aufnehmen. Wir hören zu, helfe euch dabei Hilfe zu finden und bieten eine Plattform für eure Geschichten.

Weitere Hilfe bei Depressionen erhaltet ihr außerdem auf der Website der deutschen Depressionshilfe.

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